Tränen erhalten
Lacrifill zur Erhaltung vorhandener Tränen
Lacrifill ist ein Gel aus vernetzter Hyaluronsäure, das in die ableitenden Tränenkanälchen eingebracht wird. Durch den vorübergehend verminderten Abfluss können vorhandene Tränen länger an der Augenoberfläche bleiben. Das Gel wird nicht in den Augapfel gespritzt und erhöht nicht die Tränenproduktion.[1]
Bei MUNICH EYE prüfen wir, ob Tränenrückhalt zu Ihrem Befund passt und ob Lacrifill oder eine andere Maßnahme dafür geeignet ist.
Wann Lacrifill infrage kommen kann
Der Ansatz kommt in Betracht, wenn es sinnvoll ist, vorhandene Flüssigkeit länger für die Benetzung zu nutzen. Wir betrachten dabei auch, wie ausgeprägt eine begleitende Entzündung ist und ob die Tränenwege regelrecht funktionieren.
Eine Drüsenstörung kann trotz verbessertem Tränenrückhalt weiter behandlungsbedürftig sein. Deshalb beurteilen wir nicht nur die verfügbare Flüssigkeitsmenge, sondern den gesamten Tränenfilm.
Wie das Gel angewendet wird
Nach der Untersuchung wird das Gel mit einer geeigneten Kanüle über das Tränenpünktchen in das vorgesehene Tränenkanälchen eingebracht. Das Tränenpünktchen ist eine kleine Öffnung am inneren Lidrand. Die Anwendung erfolgt in der Praxis.[1]
Vorher erklären wir Ihnen den Ablauf, die zu erwartenden Empfindungen und die Kontrolle danach. Wenn nach der Behandlung verstärktes Tränen oder andere neue Beschwerden auftreten, beurteilen wir, ob die gewünschte Verringerung des Abflusses für Sie passend ist.
Wirkung und zeitliche Begrenzung
Die eingesehene Gebrauchsanweisung beschreibt eine vorgesehene Anwendungsdauer von bis zu sechs Monaten. Das ist keine Zusage einer ebenso langen Beschwerdefreiheit. Wie lange ein klinischer Nutzen besteht und ob eine erneute Anwendung sinnvoll ist, wird im Verlauf beurteilt.[1]
Lacrifill wurde in einer randomisierten Untersuchung mit einem Hydrogel-Plug verglichen. Aus einem Vergleich mit einem bestimmten Produkt lässt sich keine Überlegenheit gegenüber sämtlichen Plug-Varianten ableiten.[2]
Grenzen und mögliche Risiken
Bei blockiertem Tränenabfluss, aktiven Infektionen am Auge oder im Augenbereich sowie einer Allergie gegen Hyaluronsäure ist Lacrifill laut Gebrauchsanweisung nicht geeignet. Auch bestimmte Entzündungen der Augenoberfläche außerhalb des trockenen Auges sprechen dagegen.[1]
Mögliche unerwünschte Folgen sind unter anderem verstärktes Tränen, lokale Beschwerden oder eine Entzündung. Bei Problemen ist eine ärztliche Kontrolle nötig. Das Gel kann bei Bedarf durch eine ärztliche Spülung entfernt werden; Sie sollten selbst keine Manipulation an den Tränenwegen vornehmen.[1]
Häufige Fragen zu Lacrifill
Was unterscheidet Lacrifill von Hyaluron Augentropfen?
Hyaluronhaltige Tropfen werden auf die Augenoberfläche gegeben. Lacrifill wird in die ableitenden Tränenkanälchen eingebracht und soll dort den Abfluss vermindern. Es handelt sich um unterschiedliche Anwendungen.
Was ist der Unterschied zu Punctum Plugs?
Lacrifill ist ein Gel, Plugs sind vorgeformte Verschlüsse. Bei beiden Ansätzen sollen vorhandene Tränen länger am Auge bleiben. Material, Lage und Möglichkeiten einer Entfernung unterscheiden sich.
Brauche ich danach noch Augentropfen?
Das ist möglich. Ob Benetzung oder entzündungshemmende Behandlung weiter nötig sind, hängt von Ihren zusätzlichen Befunden und dem Verlauf ab.
Wie werden die Kosten geplant?
Vorab besprechen wir Anwendung, vorgesehene Kontrollen und den Kostenrahmen. Eine spätere Wiederholung wird bei erneutem Bedarf gesondert beurteilt.
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Quellen

Medizinisch geprüft und freigegeben von Prof. h.c. mult. Dr. med. Amir-Mobarez Parasta (Autor und medizinische Prüfung). Stand: 20.10.2026
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